Mallorca: Aufbautraining für Gelassene

von Ralf Meutgens

mallorca1 2016Nach einigen Jahren der Abstinenz – der mallorquinischen Radfahr-Abstinenz – stand in diesem Jahr endlich wieder einmal der Start in die neue Saison auf Mallorca auf dem Trainingsprogramm. Vorbereitung: Null, Motivation: Extrem hoch. Beste Voraussetzungen dafür, dass dies völlig in die Hose geht. Zumal das Wetter extrem gut war. Aber ich bin ja doch älter und ruhiger geworden. Und genau so habe ich es angehen lassen.

Es ging darum, in der einen Woche Kilometer zu machen, ohne sich in irgendwelche Defizite zu fahren. Denn bei Wind und welligem Profil kann es schnell zu Belastungen kommen, die bei täglichem Training nicht kompensiert werden können. Und dann hat man genau das Gegenteil dessen erreicht, was man wollte. Früher konnte ich den Effekt bei einigen Experten erleben: Auf Mallorca Ausscheidungsfahren am laufenden Band gemacht, danach bei den ersten Rennen in Deutschland vorne gewesen und anschließend bis zum Herbst in der Versenkung verschwunden. Klassisch trainiert nach dem Motto: Was uns nicht umbringt, macht uns härter. Was die meisten aber offenbar nicht wussten: Nach ganz hart kommt ganz weich.

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Radeln auf Mallorca: Abfahrt von Sant Salvador

Radeln auf Mallorca. Dazu gehört - irgendwann - auch mal der fünf Kilometer lange Aufstieg hinauf zum Kloster Sant Salvador bei Felanitx. 360 Höhenmeter mit 20 Kehren, Steilstücke von über 15 Prozent. Einer der härtesten Anstiege auf der Insel. Oben angekommen, lockt eine wunderbare Aussicht. Und die rasende Fahrt ins Tal. Verwegene - und geübte Radler - kommen hier schon mal auf mehr als 70 Stundenkilometer.

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'Team Telekom': Dopingaufklärer kritisiert Freiburger Oberstaatsanwalt

Eine Analyse von Fred Kowasch

Mehr als sechs Jahre hat es gedauert. Jetzt sind die ersten Berichte der 'Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin' fertig gestellt und von der Universität freigegeben worden. Sie hat dafür eigens eine Webseite eingerichtet. Und gleich der erste Bericht hat es in sich.

In ihm übt der Gutachter Professor Heinz Schöch deutliche Kritik an den Einstellungen der Doping-Ermittlungen gegen die beiden 'Team Telekom' und 'Team T-Mobile' Ärzte Dr. Lothar Heinrich und Prof. Dr. Andeas Schmid am 17. Juli 2012 durch die Freiburger Staatsanwaltschaft. Direkt gemeint ist die Arbeit des ermittelnden Oberstaatsanwaltes Christoph Frank. Wörtlich heißt es in dem Schöch-Gutachten:

"Es ist bedauerlich, dass die Staatsanwaltschaft diese spektakulären Fälle nicht zu einer Anklage genutzt hat, um eine gerichtliche Klärung über der Grenzen der Einwilligung beim Blutdoping herbeizuführen. In diesem Punkt hatte man nämlich klare Beweise und stieß nicht – wie Oberstaatsanwalt Frank in der Pressekonferenz am 12.09.2012 beklagte – auf eine sich erfolgreich abschottende Szene und die „Mauer des Schweigens in der Radsport- und Ärzteszene."
(Seite 50, Schöch-Gutachten)

Diese Einschätzung deckt sich mit meiner Beurteilung vor dreieinhalb Jahren. Schon damals konnte ich die Einstellung der Ermittlungen ohne Anklageerhebung wegen Körperverletzung nicht nachvollziehen. Während der Recherche zu diesem Thema für die WDR-Sendung 'Sport inside' und die ARD-Sportschau hatte ich in den Jahren 2008 bis 2012 mehrfach persönlich mit dem ermittelnden Oberstaatsanwalt Christoph Frank zu tun. Schon damals kam mir seine Ermittlungsarbeit seltsam uninspiriert vor. Nach eigener Aussage arbeitete Frank im Wesentlichen an den Wochentagen Dienstag, Mittwoch und Donnerstag an der Aufklärung des Telekom-Dopings. Den Rest der Zeit verbrachte Frank, wie er freimütig einräumte, mit Terminen, die er als Vorsitzender des Deutschen Richterbundes auszuüben hatte.

Christoph Frank ist seit April 2012 Vorsitzender der Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung der Dopingkriminalität in Baden-Württemberg.

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sport inside: Rechte Hooligans - Kampftruppe gegen die Antifa

SPORT INSIDE (28.02.2016 - 22:15 UHR - WDR) - HIER gehts zum Film!

Die Hooligan-Szene radikalisiert sich zusehends. Fanszenen eigentlich zerstrittener Vereine laufen gemeinsam als selbsternannte Patrioten mit bei Pegida-Kundgebungen. Experten sehen eine neue Dimension der rechten Politisierung der Szene. (Text WDR)
HogeSa2dScreenshot: Tatverdächtige des Überfalls von Hooligans und Rechtsextremen am 11. Januar 2016 in Leipzig-Connewitz. (Grafik WDR)

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#dfbgate: Die Freshfields-Dokumente - Beckenbauer, Niesbach und all die anderen

04.03.2016
Die ganze Materie ist nicht einfach und noch längst nicht aufgeklärt. Es flossen 2002 mehrere Millionen von einem Beckenbauer nahem Konto via Schweiz nach Asien. Dort landeten sie auf einem Firmenkonto, dass einem ehemaligen FIFA-Vizechef zuzuordnen ist. Was mit dem Geld geschah, steht noch nicht genau fest. Weiterhin floss Geld - in Form von Sachleistungen - in die Karibik. Auch hier ist der genaue Grund - und die Höhe der Zahlung - bisher unklar. Die frühere DFB-Spitze, um den Ex-Präsidenten Wolfgang Niersbach und dem Ex-Generalsekretär Helmut Sandrock wußte von dubiosen Zahlungen, verheimlichte sie allerdings. Das die Vergabe der WM 2006 nach Deutschland gekauft war, ist bisher weder bestätigt noch widerlegt.

Den 'Freshfields-Bericht' vom 04. März 2016 gibt es hier zum Download (pdf). Ab Seite 359 folgen da ein paar interessante Dokumente ....


freshfields dokumente16

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sport inside: Spiel, Satz, Betrug - Wettmanipulationen im Tennis

Hier GEHTS ZUM FILM! - SPIEL, SATZ, BETRUG - SPORT INSIDE (31.01.2016 - 22:15 Uhr - WDR)

Auch der Erfolg von Angelique Kerber bei den Australien Open kann über eines nicht hinwegtäuschen: Wettbetrug bleibt fester Bestandteil des Tennissports. Neueste Enthüllungen beschreiben nur ein altes Phänomen, denn die internen Ermittlungen der Spielerorganisation ATP noch immer nicht gewachsen sind. Diese wirken nun mehr denn je wie ein Feigenblatt.


Der wegen versuchter Spielmanipulation lebenslang gesperrte österreichische Tennisprofi Daniel Köllerer im Gespräch mit 'Sport inside'

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sport inside: Noch immer ungeklärt - Der Fall Mike Polley

VIDEO ON DEMAND: sport inside - 09.11.2015 - WDR - 22:45 - 23:15 Uhr

Vor 25 Jahren wurde Mike Polley, Fan des FC Berlin, am Rande der Partie Sachsen Leipzig - FC Berlin von einem Polizisten erschossen. Bis heute sind die Begleitumstände des gewaltsamen Todes ungeklärt – "sport inside" über ein trauriges Kapitel deutsch-deutscher Sportgeschichte.

Am 3. November 1990 starb in Leipzig der Berliner Fußballfan Mike Polley – getötet durch eine Polizeikugel. 58 Schüsse peitschten an diesem Samstagnachmittag am S-Bahnhof in Leipzig-Leutzsch durch die Luft. Abgegeben durch neun Polizisten, die sich in Bedrängung wähnten. Sie hinterließen fünf zum Teil Schwerverletzte und einen Toten. Mike Polley, 18 Jahre und Anhänger des FC Berlin. Es war das erste Mal dass in Deutschland ein Mensch am Rande eines Fußballspieles durch eine Polizeikugel starb. Vorausgegangen waren an diesem Nachmittag heftige Auseinandersetzungen zwischen Hooligans und Polizisten. Mehrere Einsatzwagen hatten die Ordnungshüter im Umfeld des Stadions dabei eingebüßt. Zwei von ihnen brannten.

25 Jahre später erhält "sport inside" als erstes Medium überhaupt Einblick in die Ermittlungsakte. Neun Schnellhefter, verstaubtes Papier, voll mit Dutzenden Zeugenbefragungen, psychiatrischen und psychologischen Einschätzungen, ballistischen Gutachten. Auch den Versuch einer Rekonstruktion des Geschehens hatten die Ermittler damals vorgenommen. Die hunderte Seiten starke Akte vermittelt den Eindruck: Hier wurde umfassend untersucht. Doch stimmt das wirklich? Weshalb Mike Polley erschossen wurde, dafür liefern die Leipziger Ermittlungsakten keine schlüssige Begründung. Ebenso wenig wurde geklärt, wer Mike Polley tatsächlich erschossen hat. Und ob sich die flüchtenden Polizisten wirklich in der von ihnen angegebenen Notlage befanden, als der Einsatzleiter den Befehl zum Schusswaffeneinsatz gab. (Text WDR)

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Enger Kontakt - Der Verfassungsschutz und die deutsche Fanszene

sport inside - 22.09.2014 - 22:45 Uhr - Enger Kontakt

Ein Film von Fred Kowasch und Ralf Meutgens

"Der deutsche Fußball ist bekannt für seine tolle Stimmung auf den Rängen. Doch auch Bilder von Pyrotechnik, Fangewalt und Polizei bestimmen seit Jahren das öffentliche Erscheinungsbild. Die Polizei hat in den Fankurven mehrerer Bundesländer V-Leute eingesetzt. Dass die Polizei mit nachrichtendienstlichen Methoden Informationen in der Fanszene sammelt, ist teilweise gesetzlich legitimiert.

Neu ist jedoch, dass sich nun auch hauptamtliche Mitarbeiter des Verfassungsschutzes für die deutsche Fußballfanszene interessieren. Dabei zählt dies nicht zu ihren Aufgaben. "sport inside" zeigt einen Film über Verfassungsschützer, die sich - unter Vorspiegelung falscher Tatsachen - das Vertrauen von Ultragruppen erschlichen haben. Die als Fanforscher versuchten, an mehreren Universitäten "anzudocken". Und für die sich nun auch parlamentarische Kontrollgremien des Bundestages interessieren." (Text WDR)

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