WM-Blog: "Save Football, Destroy FIFA"

cbf del nero15.07.2014
Ein Fußballturnier ist zu Ende. Was bleibt?! Ein verdienter Weltmeister der Planung, ein Land das - geschätzte - 13 Milliarden Dollar blechen mußte und ein Tickethändler der nun nicht mehr auf der Flut ist. Blatters Glückssträhne geht zu Ende.

Brasilien, das 'Land des Fußballs', wird Jahre brauchen, um sich von dieser WM zu erholen. Zwar sind die WM-Trainer von 1994 und 2002 - Perriera und Scolari - nun nicht mehr am Ruder, der neue brasilianische Verbandsboss Marco Polo Del Nero (links im Bild) steht jedoch nicht für Aufbruch und frischen Wind. Del Nero - noch vom geschassten CBF-Boss Ricardo Teixeira im Frühjahr 2012 installiert - ist ein Vertreter des alten, korrupten Systems. So lange sich im brasilianischen Fußball nichts grundlegend ändert, wird der sehnsüchtig erwartete sechste Stern ein Traum bleiben.

Weiterlesen

 Drucken 

Deutschland - Weltmeister 1954, 1974, 1990, 2014

Ohne Probleme qualifizierte sich das DFB-Team für die Weltmeisterschaft in Brasilien. In Erinnerung bleiben lediglich die Begegnungen gegen Schweden ob ihres torreichen und kuriosen Spielverlaufs (4:4 nach 4:0 Führung und auswärts 5:3). Für die Endrunde gehört Deutschland wieder zu den Favoriten. Als nahezu ständiger Halbfinalteilnehmer bei großen Turnieren ist es wieder Zeit für einen Titel. german girls-1Spieler mit ausreichend Erfahrung im „besten“ Fußballalter prägen die Mannschaft. Das Manko bildet die vorderste Angriffsspitze, die lediglich mit dem Mitdreißiger Miroslav Klose besetzt ist.

Bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren setzten sich die Deutschen in einer starken Vorrundengruppe gegen Portugal, Dänemark und die Niederlande ohne Makel durch. Nach einem furiosem 4:2 über Griechenland im Viertelfinale glaubten sich die Spieler schon im Endspiel und übersahen Italien. Trainer Löw hatte keine Lösung für das Offensivsystem der Italiener parat und schwupps verlor Deutschland (1:2) mal wieder ein Halbfinale gegen die „Squadra Azzurra“.

Überragend traten die Schwarz-Weißen hingegen bei der WM 2010 in Südafrika auf. Die Vorrunde geriet nach einem 4:0 über Australien noch holprig. Serbien überraschte im zweiten Match (0:1), so dass gegen Ghana ein Geduldsspiel von Mesut Özil erst nah einer Stunde entshieden wurde. Anschließend sahen die deutschen Fans Sternstunden ihrer Crew. England hatte zwar Pech, dass ihnen ein regulärer Treffer nicht anerkannt wurde, hatte aber beim 4:1 letztlich nie ein Chance. Im Viertelfinale traf es dann Argentinien, deren defensive Schwächen beim 4:0 gnadenlos ausgenutzt wurden. Im Halbfinale gegen Spanien zog Deutschland mi 0:1 den Kürzeren. Allerdings konnte die Partie offener gestaltet werden als das EM Endspiel 2008. Doch letztlich vergab Toni Kroos die einzige Torchance. Das anschließende 3:2 im kleinen Finale über Uruguay brachte keinen Trost.

Weiterlesen

 Drucken 

Argentinien: Weltmeister 1978, 1986

Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2014 beendete Argentinien als Sieger der Südamerikagruppe, geriet nicht einen Augenblick in Gefahr. Als Nachbarland von Brasilien können sich die „Gauchos“ auf die fanatische Unterstützung ihrer zahllosen Fans freuen. argentinien girlKlimatisch gibt’s keine Anpassungsprobleme und ein Spielerpotential was seinesgleichen sucht, macht die „Albiceleste“ zu einem der großen Turnierfavoriten. Der oftmalige Weltfußballer Lionel Messi ist jetzt gefordert auch bei einer Weltmeisterschaft zu brillieren. Die letzte WM 2010 lief an ihm weitgehend vorbei. In einer leichten Vorrundengruppe gewann die Mannschaft von Trainer Diego Maradona gegen Südkorea, Nigeria und Griechenland. Im Achtelfinale blieb Mexiko beim 3:1 ebenfalls chancenlos. Anschließend mussten die Argentinier gegen Deutschland derbe Prügel beziehen. Das 0:4 ließ das Team völlig konzeptionlos erscheinen. Offensive und defensive Manschaftsteile standen wie fremd auf dem Platz, zeigten sich überhaupt nicht als Einheit.

Argentinien gehört zu den traditionsreichsten Fußballnationen weltweit. Das erste Länderspiel auf südamerikanischem Boden überhaupt, fand 1902 in Montevideo mit Argentinien statt. Gegen Gastgeber Uruguay wurde klar mit 6:0 gewonnen. In den 1920er Jahren gewannen die Argentinier mehrmals die "Copa America". An der ersten Fußballweltmeisterschaft 1930 beteiligte sich das südamerikanische Spitzenteam ebenfalls mit großem Erfolg. Nach einem 6:1 Halbfinalsieg gegen die USA mußten sich die "Gauchos" erst im Montevideoer Endspiel gegen Uruguay mit 2:4 geschlagen geben. In den folgenden Jahrzehnten konnte die Erfolgsspur jedoch nicht gehalten werden, meist qualifizierte sich die "Albiceleste" für die jeweilige Weltmeisterschaft (bisher 13 Teilnahmen) spielte beim Turnier selbst allerdings keine große Rolle und fiel oft nur mit überharter Gangart auf.

Weiterlesen

 Drucken 

Dokumentarfilm: Wechselzeiten

Mein erster Triathlon ist 18 Jahre her. Auch heute noch steht vor dem Start die Frage: 'warum mache ich das?!' Was treibt einen an, nicht aufzugeben? Ein Dokumentarfilm über das Erlebnis 'Mein erster Triathlon'. Ab 26.06.2014 in ausgewählten Kinos. Wer es nie gemacht hat, wird es nie begreifen ....

 Drucken 

Im Interview: Thomas Cichon (Ex-Bundesligaprofi)

11.06.2014
"Grundsätzlich fast jeder Sportler wettet". Mit diesem Satz beginnt Thomas Cichon seine Aussage vor Gericht. Es ist sein erste umfangreiche Auslassung gegenüber der Öffentlichkeit - viereinhalb Jahre nachdem der Fußballwettskandal im November 2009 bekannt geworden ist. Detailliert schilderte der ehemalige Bundesligaprofi, wie er in Osnabrück in die Hände der Wettmafia geriet. Das es "ab 2007 keinen Tag mehr gegeben hat, wo ich nicht mehr gewettet habe". Wie er Wettschulden hatte, man ihn mehrfach ansprach, Bundesligaspiele zu manipulieren. Schließlich sei alles in diesem Spiel gegen den FC Augsburg am 17.04.2009 kulminiert.

Wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug wurde Thomas Cichon vom Landgericht Bochum zu Neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

 Drucken 

Wettskandal: "Die vielen anderen Fälle schlummern bis heute"

von Fred Kowasch (Bochum)

14.04.2014
Die Stimme wird vom Schluchzen unterbrochen. "Es ist nicht so, dass ich mir die Millionen eingesteckt habe." Ante Sapina ringt um Fassung. "Ich kann mich nur entschuldigen bei den Fans, bei meiner Familie". Der nächste Angriff auf die Tränendrüsen. In Zukunft möchte der 38jährige Kroate eine Software entwickeln helfen, gegen Wettmanipulationen. Spätestens da wird es absurd. Seine langjähriger Companion Marijo C. ist ebenfalls voll von Reue: "Es war die Hölle zu der Zeit". Und: "Mit der ersten gewonnenen Wette habt ihr eigentlich verloren." Ist dieses Bedauern echt?!

wettskandal urteil sapina

Screenshot: interpool.tv

Weiterlesen

 Drucken 

sport inside: Placebo für die Öffentlichkeit

AKTUELL: NADA - Drei positive Analyseergebnisse bei 8106 Trainingskontrollen

Ein Film von Fred Kowasch und Ralf Meutgens
VIDEO ON DEMAND - sport inside, 17.03.2014, 22:45 Uhr (WDR)


Das Anti-Doping-System in Deutschland wird oft als leuchtendes Beispiel genommen. Viele Kontrollen, zwei hoch angesehene Analyselabore, zahlreiche Kontrolleuren und ein kleinteiliges Meldesystem – insgesamt hervorragende Voraussetzungen. Dennoch liegt die Erfolgsquote der deutschen Dopingjäger bei ihren tausenden Trainingskontrollen gerade mal bei 0,1 Prozent. Warum werden nur so wenige Sportler positiv getestet, wenn in anonymen Umfragen bis zu 35 Prozent von ihnen angeben, verbotene Mittel zu nehmen? Finanziert wird das System, bei dem eine Probe bis zu 600 Euro kostet, vor allem vom Bund – und damit vom Steuerzahler – von einigen Sponsoren und den Sportverbänden. Ansonsten trifft man bei Nachfragen eher auf Schweigen – eine interne Anweisung der NADA untersagt ihren Auftragnehmern die Kommunikation mit Medien. Das deutsche Anti-Doping-System scheint vor allem ein Placebo für die Öffentlichkeit zu sein, das den Glauben an die konsequente und erfolgreiche Doping-Bekämpfung erhalten soll. (Text WDR)
placebo nada papier

Weiterlesen

 Drucken 

Per Günther: "Wenn die bei mir klingeln, sind sie der Chef"

Per Günther (Basketballnationalspieler):

"Die kommen natürlich gerne Morgens. Mein persönliches Empfinden ist, dass die gerne kommen und schnell wieder gehen, um möglichst viele Kontrollen an einem Tag zu schaffen. Von meinem Rechtsempfinden her ist mein zu Hause irgendwie ein Bereich, wo ich mich wohlfühle und wo ich darüber entscheiden möchte, ob jemand in mein Zuhause eindringt oder nicht. Es sind wildfremde Männer, die ich nicht kenne, mal kontrolliert mich einer öfter, mal nicht, die dann wann es der NADA passt oder nicht klingeln die bei mir. Und wenn die bei mir klingeln sind sie der Chef."


"Es gibt einfach Momente der extremen Frustration mit diesem System zusammen. Ich habe kein Gefühl von miteinander, irgendwie. Normalerweise müßte ich halt eine Dankbarkeit sehen. Normalerweise müsste ich als Sportler ja froh sein, dass es die NADA gibt, weil die dafür garantieren sollte – eigentlich – dass wir alle die gleichen Chancen haben. Aber das ist eben nicht mein Empfinden."

 Drucken 

WM 2014: Ausflug ins Kriegsgebiet?

Keine Besuche in Favelas (warum auch?!), bitte den bewachten Sammeltransport ins Studio nehmen, nicht mehr im Dunklen baden. ARD und ZDF haben für ihre 500 Mitarbeiter zur WM ein paar Reisetipps parat. Zwangläufig gewinnt man den Eindruck - hier geht es ab ins Kriegsgebiet.
nachts in rio
Das ist natürlich völliger Bullshit. In Rio kann man sich frei bewegen, wie in jeder anderen Großstadt auch. Kann Bus und U-Bahn fahren, auch im Dunklen ins Meer hüpfen. Wenn man nicht allein ist. Zusammen danach ein kaltes Bier trinken - das macht wirklich Spaß.

Ist Rio sicher? An einigen Stellen schon. Wer sich am Freitag/Samstag Abend ins Vergnügungsviertel nach Lapa aufmacht, sollte jedoch Einiges beachten. Keine Kameras und Handys, keine Kreditkarten, wenig Bargeld. Besser ist es auch ein Taxi zu nehmen. Auch wenn die in Rio gern mal ein paar Umwege fahren, wenn sie merken, dass ein Tourist als Fahrgast zugestiegen ist. An die blonden europäischen Ladies mit den kurzen Röcken und den High Heels: diese Sachen Abends besser mal im Koffer lassen. Geht auch ohne.

Vergessen sollten man von vorherein, dass man in der künftigen WM- und Olympiametropole mit Englisch weiterkommt. In Rio spricht fast niemand eine andere Spache außer Portugiesisch. Selbst ein paar Euros oder Dollars zu tauschen gerät hier zu einer stundenlangen Odyssee. Nur einige wenige Läden auf der Innenstadtmeile Rio Branco bieten diesen Service an. Wer in Rio einen Stadtplan sucht, sollte sich gleich am Ausgang vom Flughafen mit einem Faltplan eindecken. Sonst auch da: Fehlanzeige.

Wenn man diese Sachen berücksichtigt - beim Baden seine persönlichen Sachen gar nicht erst mit zum Strand oder (wenn dann) mit ins Wasser nimmt - wird eine Stadt entdecken, die es aufregender auf diesen Planeten kaum gibt. Eine Metropole der krassen Gegensätze: hier die Favela, ein paar Meter weiter der Golfclub. Menschen, die Abends auf den Strassen liegen, - um die Ecke die knallbunten Fliesen auf den Treppen von Lapa. Mit hundertzehn - unangeschnallt - im Bus durch die hupende Innenstadt. Ein paar Kilometer abseits, der grösste Regenwald in einer Millionenstadt. Wasserfälle und ENDLICH Ruhe. Auf gehts. In Rio gibt es viel zu entdecken!

 Drucken 

sport inside: Erst die Werbung, dann das Spiel

Ein Film von Fred Kowasch und Carsten Upadek
Link: sport inside - 14.10.2013 - 22:45 Uhr (Video)

Der brasilianische Fußballverband CBF ist einer der mächtigsten der Welt. Sein
Aushängeschild ist die Seleção. Die Nationalmannschaft, die bisher fünfmal den WM-Titel gewann. Zwölf Top-Sponsoren zahlen allein in diesem Jahr über 100 Millionen US-Dollar. Wer welche Provisionen bei den Vertragsabschlüssen kassierte, blieb bislang weitestgehend im Dunkeln. Klar ist jedoch, dass die Verträge die Mannschaft in ein unvergleichlich enges Vermarktungskorsett zwingen. neymar nike praesentationBesonders US-Konzern Nike lässt sich sein Engagement einiges kosten. Abgeschlossen wurde der Nike-Deal noch unter Ricardo Teixeira, dem einst mächtigen Boss des CBF. Er wurde als FIFA-Funktionär wegen der Annahme von Schmiergeld in Millionenhöhe verurteilt. Ob er auch bei der Einfädelung des Kontraktes mit Nike mitverdiente, soll ein Untersuchungsausschuss des Parlamentes klären. So fordert es jedenfalls Romario – einstiger Stürmerstar der Seleção und heute Politiker und einer der größten Kritiker des CBF. Er will Klarheit – am liebsten noch vor der WM. (Text WDR)

 Drucken 

  • 1
  • 2