Jedermannrennen im Selbsttest : Im Nacken der Besenwagen (Rund um Köln)

Rund um Köln ist bekannt dafür, dass es im Bergischen Land hoch und runter geht. Deshalb ist das Tempolimit von 25 km/h für die 69 km (bei 460 Höhenmetern) und 28 km/h für die 127 Km (bei 1370 HM) durchaus sportlich.

Nach dem Start gehts es erst einmal flach am Rhein entlang, dann über die Mühlheimer Brücke ab ins Bergische Land. Bis zum ersten Anstieg bei Kilometer 22 (hinter Odental) kann man so schön den Schnitt hochhalten. Dann warten 160 Höhenmeter. Am Anfang durchaus knackig, kann dies den Kilometerschnitt von über 30 durchaus ordentlich nach unten treiben. Wer dann noch das 'Glück' hatte, vom Beginn an in der letzten Startgruppe zu fahren, spürt ihn schon im Nacken: den legendären Besenwagen. Ich sage euch: es ist kein schönes Gefühl ....

"Der Besenwagen ist heute aber schnell" rufe ich während der Abfahrt zu einem Radfahrer neben mir. "Wundert mich auch" schreit der zurück. Da hat uns die Wagenkolonne schon überholt. Trotzdem: kein Grund zur Panik. Bei km 34 kommen die zwei Stunden vor uns gestarteten Jedermänner (127 km) mit auf die Strecke und die Autos mit dem Schild Schlußwagen halten erst einmal an. Zeit gewonnen, uff. Jetzt geht es erst einmal locker die Abfahrt hinunter. Zeit, sich ein Kohlenhydratgel in den Rachen zu schieben. Denn gleich kommt er: der ekligste Berg auf der Strecke. Über 60 Höhenmeter auf einer Länge von einem halben Kilometer. Da sollten die Oberschenkel nicht vorher schon schmerzen ....

"Hilfe! Kannst Du mich mal halten!!" Neben mir ist gerade einer kurz davor, auf den Ashalt zu knallen. So steil ist es. Meint er mich? Ein Zuschauer hilft ihm. Ein paar andere sind schon abgestiegen. Ich fahre Schlangenlinien, frage - trotzdem - gutgelaunt ein paar Zuschauer am Rand nach einem Bier. "Ein Glas Sekt kannst Du kriegen ...."  Schon bin ich vorbei, kurz danach oben angekommen. Gut, wenn man die Strecke kennt. Im letzten Jahr bin ich hier noch auf Radschuhen hochgegangen.  

Das ich auf der folgenden Abfahrt - wie beim letzten Jahr - fast aus der engen Rechtskurve fliege ("So eine S.....") geschenkt. Denn jetzt wartet sie, die legendäre Auffahrt zum Schloß Bensberg. Zweihundert Meter Kopfsteinpflaster - dass rüttelt einen ganz gut durch. Links und rechts schreien Rentner. "Los!", "Du schaffst es!", "Nicht absteigen!".

Mit dem Kopfsteinpflaster ist der härteste Teil der Strecke geschafft. Die letzten 25 Kilometer geht es flach zurück nach Köln. Das Wetter ist mit 20 Grad ideal. Ein wenig nieselt es zunächst noch. Gegenwind gibt es kaum. Es läuft ausgesprochen gut, denke ich, während ich das großen Kettenblatt aufgelegt habe. Einen nach dem anderen überhole ich, im Ziel bin ich gut elf Minuten schneller als im Vorjahr. Das Schönste: der Besenwagen ist weit und breit nicht mehr zu sehen.

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Milseburgradweg - Wenn der Tunnel wieder offen ist

Biebersteinvon Ralf Meutgens

Im Herbst des vergangenen Jahres hatte ich das ausgesprochene Vergnügen, zum ersten Mal den Milseburgradweg in der Rhön zu fahren. Es ist die durchgängig asphaltierte 27 Kilometer lange alte Trasse der Rhönbahn zwischen Fulda und Hilders.

Das Biosphärenreservat
  Rhön ist als Mittelgebirge für seine `offenen Fernen´ bekannt. Und hier und da ergibt sich dieser `einfach erhebende´ Eindruck auch vom Milseburgradweg aus. Ansonsten geht es vorbei an Sehenswürdigkeiten wie Schloss Bieberstein, schönen Rastmöglichkeiten, durch kühle Wälder und das stets bei einem angenehmen und gut zu fahrenden Streckenprofil. Auch ohne E-Bike.

Die tiefste Stelle bei Fulda ist 296 Meter hoch, die höchste 524 Meter. Sehr niedrig sind die Temperaturen im etwas über einen Kilometer langen Milseburgtunnel. Hier herrschen permanent acht bis zehn Grad und leicht bergab in Richtung Fulda empfehlen sich auch im Sommer eine Windweste oder eine Jacke.

Sicherheitstechnisch ist der 1889 erbaute Eisenbahntunnel durch Beleuchtung, Video-Kameras und Notrufsäulen auf einen aktuellen Stand gebracht worden. Zwischen Mittel April bis Ende Oktober ist der Tunnel geöffnet. Ansonsten gibt es die vier Kilometer lange Umfahrung, die allerdings durch ihre rund 150 Höhenmeter, die der Tunnel einspart, mehr Pedalkraft erfordert und zur Hälfte über Schotterpisten und Waldwege führt. Das ist zwar sehr romantisch, aber für Rennräder ungeeignet. 

Der Radweg aber ist in seiner Gänze enorm entspannt zu fahren, auch mit dem Rennrad. Hier und da kreuzen Wege und Straßen, die großen Straßen aber werden auf Brücken überfahren, so dass man seinen Fahrrhythmus selten unterbrechen muss. Etliche Hinweisschilder empfehlen die Sehenswürdigkeiten und kulinarischen Angebote rechts und links des Weges.

Der Milseburgradweg ist nicht nur ein fahrradtouristisches Highlight. Man lernt auch die Rhön als attraktives Wander- und Feriengebiet kennen, kann die alte Barockstadt Fulda erkunden und die nahe Wasserkuppe als höchste Erhebung in Hessen. Echt erhebend, der Anblick.

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Drucksache 19/9616 - Politisch-motivierter Extremismus im Fußball

"Die Organisation von Demonstrationen durch vereinsübergreifende Strukturen der Hooligan-Szene, insbesondere durch „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa), hat zuletzt erheblich an Bedeutung verloren. Insbesondere in den Jahren 2014 und 2015 beteiligte sich noch eine erhebliche Zahl von Hooligans an solchen Veranstaltungen.

Schließlich besuchen die rechtsextremistischen und rechtsextremistisch beeinflussten Teile der Hooligan-Szene regelmäßig spezifisch für sie ausgerichtete Konzertveranstaltungen, wie z. B. die Konzerte der Band „Kategorie C“. (....)

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es HoGeSa, GSD, BDH oder einem anderen, vereinsübergreifenden Hooligan-Netzwerk bei einem geeigneten Anlass gelingen könnte, sich zu reorganisieren und wieder ein erhebliches Personenpotenzial für Demonstrationen zu mobilisieren. So beteiligten sich etwa im September 2018 rund 250 Personen an einem Trauermarsch für einen verstorbenen HoGeSa-Mitgründer. Anlass war der zunächst bestehende Verdacht, dass dieser einem Tötungsdelikt zum Opfer gefallen sein könnte. Die im Anschluss an diesen Trauermarsch ins Leben gerufene Initiative zur erneuten Vernetzung aller „Patrioten“ entfaltete bis jetzt allerdings keine nennenswerten Aktivitäten.

Das BfV beobachtet die Entwicklung und Neubildung von vereinsübergreifenden rechtsextremistischen Strukturen in der Hooligan-Szene aufmerksam."

Quelle: http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/096/1909616.pdf

trauermarsch1 20092018

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Dokumentarfilm: 'Inside HogeSa' - Von der Straße ins Parlament (92 min, 2018)

Anfang April mehr als 30 Razzien in vier Bundesländern. Gegen rechte Hooligans, Rocker, Personen aus der Türsteher-Szene. Wegen des Verdachts der Gründung einer 'kriminellen Vereinigung'. Wie 'ticken' solche Leute? Was treibt sie an?

In unserer Doku 'Inside HogeSa' kommen sie zu Wort. Leute, die sonst nie Interviews geben. Von denen Politikwissenschaftler und LKA-Ermittler sagen: ihr Protest - damals am 26. Oktober 2014 als in Köln 5.000 Menschen unter dem Label 'Hooligans gegen Salafisten' auf die Straße gingen - 'war der Anstoß'. Für Pegida, letztendlich auch den Einzug der AfD in den Deutschen Bundestag. Unser Film dokumentiert diese Entwicklung. interpool.tv sprach mit Hools und Mitgliedern des 'HogeSa'-Teams. Aber auch mit Fanforschern, Politikwissenschaftlern, 'Pegida'-Organisatoren.


Dreieinhalb Jahre lang haben wir an dem Thema gearbeitet. Dutzende Kundgebungen und Demonstrationen besucht. Vor Ort mit den Beteiligten gesprochen. Entstanden ist ein 92 Minuten langer Dokumentarfilm, der einen Einblick in eine Szene gibt, den es so noch nicht gab. Wem der Trailer gefällt, kann sich gern den kompletten Film ansehen. Er kostet 4,99 (Ausleihe 48 Stunden) und 9,99 Euro (all).

Wer den Film kauft, bekommt zahlreiche Interviews in voller Länge zu sehen. Und Zugang zu einem 106 Minuten langem 'Directors Cut'.

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Triathlon - Wie ein Jedermann zum 'Finisher' werden kann

ratingen 2016 2Einmal über die Ziellinie laufen, ein 'Finisher' werden. Dies ist möglich, egal in welcher Saison. Ab dem Frühjahr starten überall die Anmeldungen, da finden sich Startplätze für Jeden. Nur nicht zu spät buchen. Denn: Triathlon ist 'in'.

Für Einsteiger zu empfehlen sind die Wettkämpfe in Velen, Kallinchen und Krefeld. Auch weil hier nicht unbedingt abgezockt wird, wie bei den Veranstaltungen in Hamburg, Düsseldorf oder Köln. Hier wird - zum Beispiel - auch der sogenannte Schnuppertriathlon (0,2/0.3 Schwimmen - 9-15 km Rad - 2,5 bis 4 km Laufen) angeboten. Das ist mit etwas Trainingsaufwand durchaus machbar.

Ein wenig Sport sollte man bisher allerdings schon gemacht haben. Wer für sich allein 400 Meter Schwimmen kann, kürzlich mal drei bis fünf Kilometer gelaufen ist und mit dem Rad zur Arbeit fährt oder regelmäßig durch die Stadt crosst - dem winkt 2018 noch ein begehrtes Finisher-T-Shirt oder eine Medaille. Allerdings: ohne 'Biss' geht es nicht!!

Ihr könnt euch auch an längeren Distanzen versuchen. Mehr als eine Badehose (Bikini oder Badeanzug), ein Rennrad (zur Not auch mit Einkaufkörbchen) und ein paar Turnschuhe (nicht abgelatscht) braucht man als Anfänger nicht. Tipps zum Wettkampftag folgen. Versprochen!

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Triathlon Check - Veranstaltungen unter der Lupe

Ratingen - Knackiger Wettkampf zum Saisonende

(letzter Check 2018)
Distanz:
 
0,2/10/2,5 - 0,5/20/5,3 - 1,0/40/10,5
(zweites Wochenende im September)

triathlon ratingen2 2018positiv: sehr zuschauerfreundlich. Durchaus etwas Anspruchsvolles zum Saisonausklang. Helfer sind mit der Zeit entspannter geworden. Finishermedaille: bestes Exemplar, wo gibt.

negativ: Der Wasserstart im Becken ist mittlerweile eine Zumutung. Das Finisher-T-Shirt muß man kaufen. Parkplätz gibt es nur wenige (am Stadion).

Strecke: 
Massenstark im warmen 26 Grad des örtlichen Freibades. Ist nicht jedermanns Sache. Nach dem ersten Wechsel heißt es erst einmal laufen, laufen, laufen. Wichtig: nach dem radaufstieg kleinen Gang auflegen, sonst kommt man dier erste 'Rampe' schwerlich hoch. Kurs ist sehr bergig, 100 Höhenmeter in einer 10 Kilometer Runde. Zum Ende hin kann man es allerdings rollen lassen. Vorsicht kurz vor dem Abstieg. Das Kopfsteinpflaster ist bei Regen nicht ohne. Wie die gesamte Strecke - mit ihren schnellen Abfahrten und engen Kurven - überhaupt. Auch beim zweiten Wechsel: wieder gut 200 Meter mit dem Rad in der Hand. Laufen (2,5 km Runde) beginnt mit einem knackige Anstieg. Danach geht es leicht bergab, später durch eine dröge Gewerbesiedlung. Im Ziel dann wartet dann die Finishermedaillie. 

Webseite: http://www.stadtwerke-ratingen-triathlon.de

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"Am Besten, Du machst ab Sonntag Dein Handy aus!" - Was Whistleblower erleben

von Fred Kowasch

Der Umgang mit Whistleblowern - er glich jahrelang einem Drahtseilakt. Nun hat die Europäische Union eine Richtlinie verabschiedet, die Hinweisgebern Rechtssicherheit vermitteln soll. Ehe dies jedoch in nationales Gesetz umgesetzt wird, können noch Jahre vergehen. 


"Am Besten Du machst ab Sonntag Dein Handy aus. Für ein paar Tage!"  Eine besseren Tipp konnte ich dem Whistleblower damals nicht geben. Denn ich war selbst überfordert. Wer bereitet einen in der Journalistenschule schon auf den Umgang mit Whistleblowern vor?! Wer weiss, ob die Story wirklich 'steil' geht? Ob sie nicht unkommentiert vor sich hin rottet ....

Diese Story allerdings ging steil. Sehr steil sogar. ARD-Sportschau, ZDF-Heute-Nachrichten, WDR-'Sport inside'. Und, und, und. Irgendwann bist Du als Filmemacher (und Produzent) dann schlicht auch überfordert. Wer kann sich dann noch um seinen Informanten kümmern?! Den, der so einen öffentlichen Aufschrei noch nie erlebt hat. Der, der in seinem Kämmerchen vor dem ausgeschalteten Handy sitzt, während im Mail-Acount eine Nachricht nach der anderen eingeht.

Solche Tage bedeuten Stress. Jeder will etwas von Dir. Da muß auf die Presseerklärung des Sportverbandes geantwortet werden. Der Redakteur drängelt. Vorwürfe gegen unseren Informanten stehen im Raum. Wie kontert man die am Besten, wenn nebenbei noch ein weiterer Film zu machen ist? Wie ist es mit einem Anwalt? Wer stellt ihn? Wer muss ihn bezahlen?

TV-Sender nehmen solche Enthüllungen ganz gerne mit. Investigative Geschichten führen zu Anerkennung unter den Kollegen, am Ende winkt vielleicht sogar ein Fernsehpreis. Nur: um einen Anwalt - der ihn rechtlich berät - muss sich der Whistleblower selbst kümmern. Ihn aus der eigenen Tasche bezahlen. Irgendwie geht dass nicht. Es Ist auch nicht zu akzeptieren, dass - nur weil der Whistleblower aufgrund massiven rechtlichen Druckes seine Aussage später ein wenig modifiziert - er (und seine Geschichte) plötzlich regelrecht in Ungnade fallen. Die Redaktion sich einer Folgestory verweigert. Obwohl der Fall bei Staatsanwaltschaft und dem Landeskriminalamt weite Kreise zieht. Sie dort den Wert der Insiderinformationen zu schätzen wissen. Andere Medien weiterhin über den Fall berichten.

Der richtige Umgang mit Whistleblowern. Er steht in keinem Lehrbuch. Denn jeder Fall ist anders. Jedes Motiv, sich zu offenbaren und an die Medien zu wenden, liegt eine andere persönliche Geschichte zu Grunde. Die zu erfahren, den persönlichen Hintergrund exakt zu verifizieren, ist schwierig. Braucht Einfühlungsvermögen, erfordert Zeit. Die Frage nach seinem Motiv 'auszupacken' - als Filmemacher habe ich sie an den Whistleblower wieder und wieder gestellt.

Ein Rest-Risiko bleibt immer. Für den, der die Geschichte macht. Viel mehr noch für den, der sie erzählt. Der manchmal gar nicht ahnt, was für einen medialen Aufschrei ein Einzelner auslösen kann. Und dass die öffentliche Tortur erst dann so richtig losgeht.

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Unerwünschte Aufklärung – Was aus den Kronzeugen im Radsport geworden ist (I)

von Ralf Meutgens und Fred Kowasch

Vor acht bis zehn Jahren sorgten ihre Fälle für Schlagzeilen. Insider aus dem Radsport, die ihr Wissen öffentlich machten. Über Dopingpraktiken berichteten, über die Mittäterschaft von Trainern, Ärzten und Funktionären sprachen. Ihre Aussagen schockierten die Öffentlichkeit, gaben einen Einblick in die bis dahin weitgehend verdeckten Strukturen im professionellen Radsport. Die Folgen jedoch waren überschaubar. Konsequenzen gab es so gut wie keine. Eine Serie über Whistleblower, ihre Motive und die Konsequenzen.

Der vielversprechende Amateursportler:

"Jederzeit würde ich es wieder tun. Es ist der richtige Weg um zur Aufklärung der Dopingproblematik beizutragen." 

radsport2Er war ein vielversprechender Amateursportler, kurz vor dem Sprung zum Radprofi. Philip Schulz gewann mehrere gutdotierte Rennen. Auch international. Bis er im Mai 2008 positiv auf Amphetamin getestet und für zwei Jahre gesperrt wurde. Unter Druck packte er aus. Berichtete darüber, wie er zum Doping kam. Wie ein älterer Trainingskollege aus der Nachbarschaft mit verbotenen Medikamenten einen regelrechten Handel trieb. 

Als bislang einziger Amatersportler im Radsport fand bei ihm eine Kronzeugenregelung der  Nationalen Antidopingagentur (NADA) Anwendung. Aufgrund seiner umfassenden Aussage verkürzte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) seine Sperre um ein Jahr. Schulz detaillierte Schilderungen führten zu umfangreichen Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft. 

In der Folge deckten sie ein umfassendes Geflecht aus Korruption in einer Winzergenossenschaft auf. Obwohl er körperlich bedroht wurde, blieb Philip Schulz auch vor Gericht bei seinen Aussagen. Auch wenn er seine Vorwürfe gegen den BDR später modifizierte: seine Aussage gab erstmalig einen detaillierten Einblick in das geschlossene System des Amateurradsports. 2013 hat sich Philipp Schulz, der mittlerweile Vater zweier Kinder ist, vom Leistungssport zurückgezogen.

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Sport inside Special: Falsches Spiel - Wettmanipulation Im Tennis

Ein Film von Benjamin Best, Fred Kowasch und Tom Mustroph
Sport inside Special, WDR Fernsehen, Sonntag, 7.5.2017, 22.05 - 22:35 Uhr

In kaum einem anderen Sport ist es so leicht zu manipulieren wie in der Einzelsportart Tennis. Der sogenannte "weiße Sport" kämpft seit mehr als zehn Jahren mit massiven Vorwürfen: Betrug, Manipulation, Vertuschung. Wettsyndikate, vor allem aus Russland, Südamerika und Italien, sind auf der Suche nach Tennisspielern, die für Geld Spiele manipulieren. Experten schätzen den weltweiten Umsatz bei Tennis-Wetten auf fünf Milliarden Euro. 

Im vergangenen Jahr haben die internationalen Tennisverbände 292 verdächtige Matches gemeldet. So viele wie nie zuvor. Mittlerweile kommen 80 Prozent aller verdächtigen Sportereignisse in Bezug zu Wettmanipulation aus dem Tennis. Seit Jahren stehen die internationalen Tennisverbände in der Kritik, zu wenig gegen die Manipulation zu unternehmen.

'Sport inside' Spezial: Falsches Spiel - Wettmanipulation im Tennis (Doku, 30 min) from interpool.tv on Vimeo.

Vor allem Tennisturniere der zweiten bzw. dritten Kategorie, sogenannte Challenger- und Future-Turniere, sind für Betrug anfällig, weil hier das Schmiergeld höher sein kann als die geringen Preisgelder. "Die Wettbetrüger sind keine dummen Menschen, ganz im Gegenteil die wissen genau wen sie ansprechen müssen, wo die Saat auf fruchtbaren Boden trifft", erklärt Tennisprofi Andrea Petkovic gegenüber Sport inside. Sport inside trifft Ermittler, spricht mit Tennisprofis und stößt bei den Tennis-Weltverbänden auf eine Mauer des Schweigens.

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sport inside: Noch immer ungeklärt - Der Fall Mike Polley

Vor 28 Jahren wurde Mike Polley, Fan des FC Berlin, am Rande der Partie Sachsen Leipzig - FC Berlin von einem Polizisten erschossen. Bis heute sind die Begleitumstände des gewaltsamen Todes ungeklärt – "sport inside" über ein trauriges Kapitel deutsch-deutscher Sportgeschichte.

Am 3. November 1990 starb in Leipzig der Berliner Fußballfan Mike Polley – getötet durch eine Polizeikugel. 58 Schüsse peitschten an diesem Samstagnachmittag am S-Bahnhof in Leipzig-Leutzsch durch die Luft. Abgegeben durch neun Polizisten, die sich in Bedrängung wähnten. Sie hinterließen fünf zum Teil Schwerverletzte und einen Toten. Mike Polley, 18 Jahre und Anhänger des FC Berlin. Es war das erste Mal dass in Deutschland ein Mensch am Rande eines Fußballspieles durch eine Polizeikugel starb. Vorausgegangen waren an diesem Nachmittag heftige Auseinandersetzungen zwischen Hooligans und Polizisten. Mehrere Einsatzwagen hatten die Ordnungshüter im Umfeld des Stadions dabei eingebüßt. Zwei von ihnen brannten.

25 Jahre später erhält "sport inside" als erstes Medium überhaupt Einblick in die Ermittlungsakte. Neun Schnellhefter, verstaubtes Papier, voll mit Dutzenden Zeugenbefragungen, psychiatrischen und psychologischen Einschätzungen, ballistischen Gutachten. Auch den Versuch einer Rekonstruktion des Geschehens hatten die Ermittler damals vorgenommen. Die hunderte Seiten starke Akte vermittelt den Eindruck: Hier wurde umfassend untersucht. Doch stimmt das wirklich? Weshalb Mike Polley erschossen wurde, dafür liefern die Leipziger Ermittlungsakten keine schlüssige Begründung. Ebenso wenig wurde geklärt, wer Mike Polley tatsächlich erschossen hat. Und ob sich die flüchtenden Polizisten wirklich in der von ihnen angegebenen Notlage befanden, als der Einsatzleiter den Befehl zum Schusswaffeneinsatz gab. (Text WDR)

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Enger Kontakt - Der Verfassungsschutz und die deutsche Fanszene

sport inside - 22.09.2014 - 22:45 Uhr - Enger Kontakt

Ein Film von Fred Kowasch und Ralf Meutgens

"Der deutsche Fußball ist bekannt für seine tolle Stimmung auf den Rängen. Doch auch Bilder von Pyrotechnik, Fangewalt und Polizei bestimmen seit Jahren das öffentliche Erscheinungsbild. Die Polizei hat in den Fankurven mehrerer Bundesländer V-Leute eingesetzt. Dass die Polizei mit nachrichtendienstlichen Methoden Informationen in der Fanszene sammelt, ist teilweise gesetzlich legitimiert.

Neu ist jedoch, dass sich nun auch hauptamtliche Mitarbeiter des Verfassungsschutzes für die deutsche Fußballfanszene interessieren. Dabei zählt dies nicht zu ihren Aufgaben. "sport inside" zeigt einen Film über Verfassungsschützer, die sich - unter Vorspiegelung falscher Tatsachen - das Vertrauen von Ultragruppen erschlichen haben. Die als Fanforscher versuchten, an mehreren Universitäten "anzudocken". Und für die sich nun auch parlamentarische Kontrollgremien des Bundestages interessieren." (Text WDR)

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