Der Fall Pechstein: Die Medien, der CAS und die Glaubwürdigkeit

von Fred Kowasch

cp zweite pk pechstein120.01.2015 (update 14.02.2015)
Der Internationale Sportgerichtshof CAS. Wahrheitsfindung geht dort so: die eine Partei stellt ihren Richter auf, die andere Partei den anderen. Dann wird sich zusammengesetzt und aus einer Liste von CAS-Richtern (die meist Rechtsanwälte sind) ein Vorsitzender Richter ausgewählt. Diese Kungelei soll dann der Wahrheitsfindung dienen, geht aber selten gut.

Nun wird - endlich einmal - die Arbeit des CAS thematisiert und diskutiert. Denn das was da läuft, ist juristisch alles andere als sauber. Man nehme - zum Beispiel - die Entscheidung im Fall Pechstein (pdf) vom 25. November 2009. Wer sich die Mühe macht, diese 63 Seiten durchzulesen und mit klarem Verstand zu reflektieren, merkt: hier stimmt etwas nicht. Man wird den Eindruck nicht los: hier wurde bei der Wahrheitsfindung Recht gebogen, ein Urteil entsprechend 'zusammen gezimmert'. Nur rannte man in der Vergangenheit mit dieser Sichtweise nicht gerade offene Redaktionstüren ein ....

Bedenklicher noch: im Gespräch mit Kollegen - die über den Fall berichteten - kam heraus: sie hatten das Urteil nicht einmal gelesen. Unbegreiflich deshalb, auf welcher Grundlage sie zum Fall Pechstein öffentlich so klar Position beziehen konnten.

Nun gibt es eine interessante Dokumentation vom mdr. Neben dem Autor Tom Scheunemann hat mein Kollege Ralf Meutgens daran mitgewirkt. Der Film wirft - erstmals im TV - deutliche Fragen zur Funktionsweise des CAS auf. Wie unabhängig er arbeitet, wie unabhängig seine Richter sind. Zum Beispiel der Deutsche Dirk-Reiner Martens. Sonst CAS-Richter, wirkte er jüngst als Rechtsanwalt in einem aufsehenerregenden Prozeß mit. Vor dem Münchener Landgericht vertrat er den Internationalen Eisschnelllaufverband (ISU) im Verfahren gegen die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein. Sorgt dass für Glaubwürdigkeit?

update vom 14.02.2015:
Unter der Überschrift "Autonomie des Sports gefährdet" schreibt Rechtsprofessor Ulrich Haas in der Neuen Züricher Zeitung über den CAS. Wie notwendig er sei, wie unabhängig er arbeitet. Gleichzeitig weist weder die Zeitung, noch der Autor darauf hin, dass Ulrich Haas seit 2002 als Richter am CAS arbeitet. Er de facto 'In eigener Sache' schreibt.  Sorgt dass für Glaubwürdigkeit?

Es ist an der Zeit, den CAS und seine Richter einmal genauer unter die Lupe zu nehmen!

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Der dritte Kronzeuge

AKTUELL: BDR mit Strafanzeige gegen mehrere Sportler

 

Warum die Aussagen von Amateurradsportler Philip Schulz den Bund Deutscher Radfahrer in Bedrängnis bringen könnten


Sport inside
09.02.2009
22:45 Uhr (WDR)
Whlg. 10.02.2009 - 09:20 Uhr (WDR)


Philip Schulz will angreifen. Jedoch nicht auf der Straße, sondern vor Gericht. Es ist etwas mächtig schief gelaufen in seinem Radfahrerleben. Nun ist es für ihn an der Zeit Klartext zu reden. Klartext darüber, wie das Dopingsystem im Amateurradsport funktioniert, dem auch er letztlich nicht widerstehen konnte. Er ist nach den Profis Jörg Jaksche und Patrik Sinkewitz der dritte deutsche Radsportler, der sein Schweigen bricht. Als Kronzeuge will er sich dem Bund Deutscher Radfahrer anbieten. Philip Schulz spricht über Hintergründe, Dopingmittel und wie ein Sportkollege ihn dazu drängte, harte Dopingmittel zu nehmen.


2008 wurde Philip Schulz erwischt. Mit Boldenon, einem Mittel für die Pferdezucht. In Deutschland ist es als Medikament nicht einmal in der Tiermedizin zugelassen. Schulz steht vor einem Scherbenhaufen und entscheidet sich für bedingungslosen Angriff. Beim BKA hat er Strafanzeige gegen Fahrerkollegen gestellt. Auch beim BDR will er auspacken, reinen Tisch machen, um seine Strafe zu mildern. Der BDR hat sich entschieden, das Angebot anzunehmen. Allerdings prüft er gleichzeitig rechtliche Schritte gegen seinen Kronzeugen, da Schulz einen Verbandsmitarbeiter mit seinen Aussagen schwer belastet. (Text WDR)

 

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'sport inside': Unendliche Geschichte

sport inside - 05.10.2009
Ein Film von Fred Kowasch und Ralf Meutgens
Redaktion: Ulrich Loke
 
jan_ullrich_2009
 
Einst war Jan Ullrich ein deutscher Radsportheld. 1997 gewann er die legendäre Tour de France - als erster Deutscher überhaupt. Kurz vor der Tour de France 2006 wurde Ullrich wegen Kontakten zum spanischen Dopingarzt Fuentes vom T-Mobile-Team suspendiert. Später kam heraus, dass in den Blutbeuteln, die in Fuentes' Kühlschrank in Spanien lagerten, auch Ullrichs Blut gefunden worden war. 2007 trat Ullrich zurück, ohne je die Einnahme von Dopingmitteln gestanden zu haben. Nun spielt Ullrichs Blut erneut eine Rolle: In einem Blut-Gutachten der ermittelnden Freiburger Staatsanwaltschaft ist von Auffälligkeiten im Jahr 1997 und dem ersten Halbjahr 2006 die Rede. 
 
Unter SPECIALS gibt es die gesamte Reportage zu Nachlesen.
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sport inside: 'Billigend in Kauf genommen'

Wie zwei Sportärzte an der Uniklinik Freiburg jahrelang deutsche Radsportler dopten

 

sport inside -27.04.2009

Ein Film von Ralf Meutgens und Fred Kowasch

 

Er ist einer der Kronzeugen für den grössten Sportskandal in den letzten Jahren. Patrick Sinkewitz. Der ehemalige Radprofi vom T-Mobile-Team behautet, hier in Freiburg am Universitätsklinikum, in der Abteilung Sportmedizin, gedopt worden zu sein.

 

Und diese beiden Herren sollen für den Sportbetrug verantwortlich sein, sagt Sinkewitz. Professor Dr. Andreas Schmid und Dr. Lothar Heinrich, früher Ärzte im T-Mobile-Team.

 

Im Jahr 2006 sollen sie ihm, so gab Sinkewitz in einer Befragung durch das BKA an, sechs Liter Blut entnommen und wieder zugeführt haben.


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"Verjährung ausgeschlossen"

Wie die Ermittler das Doping-Geflecht um die Freiburger Uniklinik Stück für Stück freilegen

Ein Bericht von Fred Kowasch und Ralf Meutgens

sport inside - 27.10.2008 (WDR)

Die Freiburger Staatsanwaltschaft hat einen weiteren Zeugen für Doping ab dem Jahr 2003 in den Radsportteams "Team Telekom" und "T-Mobile" ausfindig gemacht. Der Zeuge, dessen Name Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier "zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht preisgeben will", habe angegeben, dass in beiden Teams in nicht verjährter Zeit unter Mitwirkung der Teamärzte Prof. Dr. Andreas Schmid und Dr. Lothar Heinrich Epo verabreicht worden sei, so Maier. Nach WDR-Informationen soll es sich bei dem Zeugen um einen Radprofi handeln, der unter anderem 2003 für das Team Telekom und 2004 für das Team T-Mobile gefahren ist. Er soll gegenüber den Fahndern umfassend über Doping-Praktiken in beiden Rennställen ausgesagt haben. 

sport inside zeigt den neuesten Stand der Ermittlungen.

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Freiburger Ungereimtheiten -

Wie tief stecken die Freiburger Sportärzte im Dopingsumpf?

 
Sport Inside - 05.05.2008 - 22:45 Uhr
Ein Film von Ralf Meutgens und Fred Kowasch

 

Verantwortlich für die sportmedizinische Betreuung der Telekom-Radprofis waren Dr. Andreas Schmid und später auch Dr. Lothar Heinrich. Während ihrer Zeit als Teamärzte, wurden sie in zahlreichen Interviews auf das Dopingproblem im Radsport angesprochen, behaupteten aber stets, Doping sei in ihrer Mannschaft kein Thema. Als vor einem Jahr mehrere deutsche Top-Profis zugaben, in den 90er Jahren gedopt zu haben, brachte dies auch die beiden Ärzte Heinrich und Schmid unter erheblichen Druck. Gegenüber der Universitätsleitung räumten die beiden Mediziner schließlich ein, beim Doping von Radsportlern mitgewirkt zu haben. (Text WDR) 

 

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Doping-Studie: "Filmprojektor, Leinwand, Sexfilme"

barAugust 2013
Man kann sagen was man will: eines ragt dann doch noch heraus, aus der viel diskutierten Studie über das Doping in der BRD. Es ist ein Forschungsauftrag an das Bundesinstitus für Sportwissenschaft (BISp) vom 31. August 1973. Hier geht es um eine Studie mit dem Titel „Begleituntersuchung zur Wirkung von anabolen Steroiden auf die sexuelle Reaktionsbereitschaft des Sportlers“. Im 804-Seiten-Bericht der Forscher der Berliner Humboldt-Universität, kurz auch die 'Porno-Studie' genannt. 

Vor fast 40 Jahren wollten westdeutsche Wissenschaftler untersuchen, welchen Einfluß Anabolika auf den männlichen Sexualtrieb hat. Das Vorhaben wurde vom bundesdeutschen Steuerzahler mit 24.000 DM unterstützt und wurde bisher noch nie veröffentlicht.

Von breiten öffentlichen Interesse dürfte hierbei sein, dass 500 DM für die "Beschaffung von Filmen" ausgegeben werden sollte. Einem Zeitzeugenbericht zur Folge, auf den sich die Wissenschaftler der HU Berlin berufen, wurden die Pornofilme damals vom Landeskriminalamt Düsseldorf ausgeliehen. Pornofilme, waren zu dieser Zeit in der BRD verboten.

„Den Versuchspersonen wird jeweils einzeln eine standardisierte Reizserie – Sexuelle Filmszenen – vorgeführt. Die während der Darbietung mit dem Phallographen gemessenen Peniserektionen werden auf einen Langsamschreiber übertragen und graphisch registriert."

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