Immobilien für 18, Wertpapiere für über 64 Mio Euro - Der neue DFB-Finanzbericht

dfb zentrale"Um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen, ist neben effektiver Kontrolle eine transparente Darstellung der Bugets eine Voraussetzung." 

Dieser Satz des neuen Präsidenten Reinhard Grindel steht so ziemlich am Anfang des DFB-Finanzbericht 2015. Es hat sich etwas verändert im größten Sportverband der Welt. Wurden die Finanzberichte bisher aller drei Jahre lediglich auf dem Bundestag des Verbandes präsentiert - und verschwanden dann im Nirwarna des Internets - so wird das Zahlenwerk nun jährlich und öffentlich gezeigt. 

Größte 'Cashcow' des DFB ist seine Herren A-Nationalmannschaft mit über 57 Millionen Euro, davon allein 36,7 Mio aus TV-Einnahmen. Dem steht ein Aufwand von knapp 19 Mio entgegen. Der DFB-Pokal brachte dem DFB 2015 über elf Millionen Euro ein, Sponsoring (und sonstige Vermarktung/Dienstleistungen) 47,8 Mio. Insgesamt belaufen sich die Einnahmen hier auf 104,5 Mio. Der DFB hat momentan zwölf Unternehmen als Werbepartner.  Hinzu kommen Immobilien im Wert von 18,6 und Wertpapiere in Höhe von 64,1 Millionen Euro.

Der DFB-Finanzbericht für 2015 findet sich hier (pdf). Frühere Finanzberichte - die lange Zeit nicht mehr im Internet zu finden waren - haben wir online gestellt. Hier gibt es den jeweiligen Zeitraum von 2004 - 2007 und von 2010 - 2013

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DSOB-Chef Alfons Hörmann: Runter vom Feld

Ein Kommentar von Thomas Purschke

Gerade mal sechs Tage vor der Eröffnung des Kartellrechtsprozesses gegen den DOSB-Präsidenten Alfons Hörmann am Oberlandesgericht Düsseldorf am 11. Mai hat Hörmann nun in einem öffentlichen Schreiben erklärt, dass er den Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid des Bundeskartellamts von 2008 in Höhe von 150.000 Euro plus Zinsen zurückgenommen hat. Er sei nun einerseits erleichtert, dass das Verfahren für ihn beendet sei, andererseits gehe ihm die Chance verloren, die damaligen Vorgänge unter seiner Mitwirkung gerichtlich klären zu lassen, was er bedauere.

Ist Hörmann jetzt zu bedauern? Ob er bei seiner schweren Entscheidung auch an die vermeintliche Vorbildrolle als Präsident von nahezu 27 Millionen DOSB-Mitgliedern gedacht hat ? Fakt ist jedenfalls auch, ein solch hohes Bußgeld mussten nicht mal annähernd die Verantwortlichen des DDR-Staatsdopings zahlen. Auch der einstige Radsport-Fachdoper Georg Huber von der Uni Freiburg musste lediglich 9.000 Euro Strafe entrichten.

Bis 2010 war der Allgäuer Hörmann über ein Jahrzehnt lang Vorstandsvorsitzender des Dachziegelherstellers Creaton AG. 2008 war er zusammen mit weiteren Ziegelherstellern vom Bundeskartellamt zu einer Geldbuße von 188 Millionen Euro verdonnert worden. Hörmann persönlich wurde mit einem Bußgeld von 150.000 Euro belegt. Die Kartellwächter hatten "wettbewerbsbeschränkende Absprachen" festgestellt. Der damalige Marktführer Creaton, der rund 66 Millionen Euro Geldbuße zahlen sollte, erhob Einspruch.

Kurz vor seiner Wahl zum höchsten DOSB-Ehrenamtler im Dezember 2013 hatte Hörmann gegenüber dem Spiegel erklärt, er sei während seiner Zeit bei der Creaton AG an keinen Preisabsprachen beteiligt gewesen. Und der FAZ hatte Hörmann vor seiner Wahl recht kryptisch Folgendes mitgeteilt: "Ich habe seit fünf Jahren vom Verfahren nichts mehr gehört und hoffe auch nichts mehr zu hören […] Ich habe den gut akzeptablen Status, dass wir aus meiner Sicht in jeder Hinsicht schadlos gehalten werden." Ähnlich Verschwurbeltes hatte man in der Vergangenheit zur Genüge nicht nur von Fifa- und IOC-Mitgliedern, sondern auch von bayerischen Fußballfunktionären gehört.

Nun erklärte Hörmann: "Ich habe mich wohl im Grenzbereich bewegt und muss einen Fehler eingestehen. In die Sportsprache übersetzt, würde ich sagen, dass ich gegrätscht habe und dann die Gelbe Karte bekam. Ich habe daraus gelernt." Der Beschuldigte Hörmann plädiert also für Gelb für seine Ziegel-Grätsche. Dabei wäre ein Platzverweis die angemessene Strafe. Runter vom Feld. Hörmann, der beim DOSB für Integrität und Glaubwürdigkeit stehen will, ist nun nicht mehr tragbar.

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Im Original: Die Schlammschlacht in der Freiburger-Dopingkommission


"Nach der Veröffentlichung eines Abstracts zu einem Sondergutachten zu „Systematischen Manipulationen im Radsport und Fußball“ am 2. März 2015 konzentrierte sich die Vorsitzende Frau Prof. Paoli - statt die Arbeiten der Kommission weiter voranzutreiben - nun mehr darauf, Herrn Dr. Singler in der Öffentlichkeit und in der Kommission durch E-Mail-Dossiers zu diskreditieren."

"Es war in den letzten Monaten für die Öffentlichkeit kaum mehr zu übersehen, dass die Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin unter dem Vorsitz von Frau Prof. Dr. Letizia Paoli wegen deren eigenmächtiger Pressearbeit und interner Differenzen kaum mehr arbeitsfähig ist"

Prof. Dr. Heinz Schöch, Presseerklärung vom 27.04.2015 (pdf)
"Eine Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Evaluierungskommissionen, die zwar die öffentliche Wahrnehmung dominieren, aber kaum mit inhaltlicher Arbeit in Erscheinung getreten sind, insbesondere mit der Vorsitzenden Prof. Dr. Letizia Paoli, wird es für mich in Zukunft nicht mehr geben."

"Die Problematisierung einer Erhöhung meines Honorars als freier Mitarbeiter erscheint mir im übrigen reichlich pharisäerhaft, angesichts der Tatsache, dass meine Honorierung pro Stunde heute noch immer kaum mehr als ein Zehntel dessen beträgt, was die Vorsitzende für ihre Tätigkeiten in Rechnung stellt."

"Die Kommission bedauert sehr, dass eine weitere Zusammenarbeit Dr. Singler, der ein anerkannter Doping-Experte ist, nicht mehr möglich ist und dankt ihm für die bisher geleistete Arbeit."

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Im Original: Die 14 (stimmberechtigten) Vereinsmitglieder von RB Leipzig

Folgendes Spruchband durften Fans von SV Darmstadt 98 im Leipziger Zentralstadion am Freitag nicht aufhängen:

"Wir grüßen die 14 stimmberechtigten Mitglieder von RB Leipzig:
- Oliver Mintzlaff (RB-Vorstandsvorsitzender, zuvor Berater von Ralf Rangnick)
- Dr. Wiebke Gorny (Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Urheber- und Markenrecht)
- Dietrich Gorny (Vater von Dr. Wiebke, Rechtsanwalt von Red Bull u.a. für Urheberrechtsverletzungen)
- Dr. Florian Müller (Rechtsberater Red Bull, zuvor RB-Vorstandsvorsitzender)
- Mag. Walter Bachinger (Finanzchef Red Bull)
- Dr. Christian Hauer (Anwalt von Red Bull u.a. für Patent- und Urheberrecht)
- Mag. Markus Thurner (Finanzdirektor Teamsport bei Red Bull)
- Ulrich Wolter (Jurist, Lizenzexperte und Geschäftsführer RB Leipzig, zuvor beim DFB)

- Dr. Volker Viechtbauer (Personal- und Rechtsexperte Red Bull)
- Dr. Manfred Hückel (Vertriebschef Red Bull)
- Christopher Reindl (Geschäftsführer Red Bull Media House GmbH)
- Oliver Hubertus (Rechtsanwalt und Steuerexperte für Red Bull)
- Rudolf Theierl (Vorstand Red Bull, früherer Vorstandsvorsitzender RB Salzburg)
- Frank Zimmermann (Leiter der Finanzen im Vorstand RB Leipzig)"

Quelle: http://www.block1898.de/

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Zwei Seiten: Doping in der Fußball-Bundesliga

02.03.2015
Nach Jahren des Wartens, gibt es ihn endlich. Den ersten Zwischenbericht von der Kommission zur Aufklärung der Dopingpraktiken an der Freiburger Sportmedizin. Zwei Seiten Papier. Zwei Seiten, die es in sich haben. Demnach "ist nunmehr erstmals der sichere Befund möglich, dass Anabolikadoping auch im Profifußball eine signifikante Rolle spielte ....". Ausdrücklich benannt ist der VfB Stuttgart. Dort spielten zu dieser Zeit viele bekannte Nationalmannschaftskicker. Bemerkenswert auch, dass sich der VfB Stuttgart, nach seinem Aufstieg aus der 2. Bundesliga, sofort an der Tabellenspitze im bundesdeutschen Fußballoberhaus etablieren konnte. Und dass über Jahre .... 

zwischenbericht freiburg kommission teil 1

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