Travel: Zu Besuch bei den Millwall-Hooligans - Fußball-London in drei Tagen (2)

Queens Park, Millwall, Arsenal. Drei namhafte Adressen für geradlinigen englischen Fußball. Immer mehr Deutsche Fans nutzen ein verlängertes Wochenende zum Kurztripp auf die Insel. Dünnes Bier, Fish and Chips, lautstarke Gesänge. Wir waren dort. 72 Stunden London. Drei 'grounds' und etliche Kneipen. Eine Reportage aus dem Mutterland des Fußballs.millwall1Tag 2
Millwall FC - FC Barnley 1:3
West Ham United - Swansea City 1:0

Gut gestärkt - wie immer in London gibt es Morgens schlabbrige weiße Bohnen und gepapptes Rührei - laufe ich in Richtung U-Bahn Stradford. Kurz vorher ziehen einige 'Hammers'-Fans an mir vorbei. Gut zu erkennen an ihren weinroten Trikots. Sie haben es nicht weit, denn das Londoner Olympiastadion - wo sie seit gut einem Jahr spielen - ist ja nur ein paar Hundert Meter von unserem Hotel entfernt. Eine bizarre Gegend. Ein seltsamer Misch zwischen 'Old England' und Moderne. Abgeranzte Mietskasernen, selten mehr zwei bis drei Stockwerke hoch, liegen zwischen gläsernen Wolkenkratzern. Ein halbes Dutzend von ihnen ist noch im Bau. Hier wird auch heute - am Samstag - gehämmert, gesägt, geschraubt. 

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Travel: Im Pub bei Queens Park - Fußball-London in drei Tagen (1)

Queens Park, Millwall, Arsenal. Drei namhafte Adressen für geradlinigen englischen Fußball. Immer mehr Deutsche Fans nutzen ein verlängertes Wochenende zum Kurztripp auf die Insel. Dünnes Bier, Fish and Chips, lautstarke Gesänge. Wir waren dort. 72 Stunden London. Drei 'grounds' und etliche Kneipen. Eine Reportage aus dem Mutterland des Fußballs.

Tag 1 - 
Queens Park Rangers - FC Fulham 1:2


Ein Fensterplatz, neben wunderschönen Wolken. Dann noch ein wenig über der Themse kreisen. Der Kurztrip nach London beginnt vielversprechend. Im Sichtweite zum Gepäckband stehen mehrere Geldautomaten. Die U-Bahn in die Innenstadt ist - Dank freundlicher Helfer in gelben Uniformen - schnell gefunden. Zehn Pfund für den 90 Minuten Trip nach Stratfort. Einmal umsteigen, dann laufe ich im typisch britischen Nieselregen dem Hotel entgegen. Erst einmal bin ich völlig durch.
queens park pub
Vor dem Spiel bei Queens Park

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'Air Berlin' - Ein Ferienflieger im Sturzflug

Jahrzehntelang war 'Air Berlin' eine Fluglinie, die für solides und preiswertes Reisen stand. Ob nach Mallorca in die Radsportferien, zum Städtetrip nach Wien oder nach Puket, Punta Cana oder Varadero an den Strand. In der Regel starteten (und landeten) die Flugzeuge im vertretbaren Zeitrahmen. Und an Bord gab es ne Mahlzeit, die man essen konnte. Ein paar Biers oder einen Wein inklussive. Dies ist lange her. Mallorca wird nicht mehr angeflogen, Wien erreicht man mit Stunden Verspätung, Essen und trinken kostet. 'Air Berlin' steht plötzlich für die Frage: ob der eigene Flug überhaupt noch geht. 
ueber den wolken 2Das Chaos bei Air Berlin begann im Frühjahr. Dies muß zu dem Zeitpunkt gewesen sein, als ich in einem vollen Flieger in Österreichs Hauptstadt abflugbereit saß. Und Capitains Stimme - fast demütig schon - von ein paar Problemen sprach. Man müsse noch auf eine Kollegin warten. Die sollte aushelfen, am nächsten Tag in Düsseldorf. Und so warteten wir. Und warteten ....

Die seltsamen Meldungen setzen sich fort, als plötzlich ein Kumpel über ein neues Urlaubsziel sprach. Statt nach Fuerteventura an den Stand geht es jetzt zum Wandern in den bayerischen Wald. Weil plötzlich der Rückflug - ersatzlos - gestrichen wurde. Bei einem Pauschaltrip 'freuen' sich da besonders die stonierten Reiseveranstalter. Und, und, und. In den letzten Monaten sind bei der Airline mehr als 1500 Flüge ausgefallen. Erst jüngst wieder gab es Berichte, die mit einem entspanntem Reisen wenig zu tun hatten: Hunderte Berlin-Reisende in Hannover gestrandet. Nun hat Air-Berlin Insolvenz angemeldet.

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Auf Sri Lanka unterwegs (I) - Anuradhapura

"Wo wollt ihr hin?" "Nach Anuradapura?!" "Wollen wir uns nicht ein Taxi teilen?" "Im Bus gibt es keinen Sitzplatz mehr. Und im Taxi dauert es nur zwei Stunden." "Habt ihr dort schon eine Unterkunft gebucht?" Wisst ihr was ihr dort macht?"

Unzählige Fragen, abgefeuert in nicht mal einer Minute. Die junge Chinesin mit den erstaunlich grossen Brüsten wirkt wie eine langjährige Reiseleiterin. Ich bin so baff, dass ich vergesse den Tuck-Tuck-Fahrer zu bezahlen. Mit seiner riesigen Sonnenbrille steht er etwas verloren am staubigen Straßenrand von Negombo. "Where is my Money?!" Das ist mir noch nie passiert. Mehr als 30 Jahre mit dem Rucksack unterwegs und dann so etwas.

Schliesslich steigt die auffällige Chinesin - mit ihrem eher schmächtig wirkenden Begleiter - samt Rollkoffer in einen vollen Reisebus. Unser kommt eine halbe Stunde später und ist auch nicht leerer. Immerhin gibt's die bezahlten Sitzplätze. Der Fahrer düst wie ein Irrer durch den Linksverkehr. Bei freien Blick auf die Straße braucht man keinen Actionkrimi mehr. Vier Stunden für 160 Kilometer. In Anuradapura, der ersten Königsstadt im Norden Sri Lankas erwartet uns ein Wolkenbruch.

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Olympia 2016: "Willkommen in der Hölle"

 
Krankenhäuser, die ihre Patienten kaum versorgen können. Polizisten und Feuerwehrmänner, die wegen ausbleibender Löhne protestieren. "Rio ist nicht sicher" und "Willkommen in der Hölle". Mit solchen Transparenten wird der Tourist in Rio am Flughafen empfangen. Wie ist Rio wirklich? Wir haben uns vor Ort selbst ein Bild gemacht und für ein paar Monate in der Stadt gelebt. Ein Erfahrungsbericht. 
nachts in rio


Ist Rio sicher? An einigen Stellen schon. Wer sich am Freitag/Samstag Abend ins Vergnügungsviertel nach Lapa aufmacht, sollte jedoch Einiges beachten. Keine Kameras und Handys, keine Kreditkarten, wenig Bargeld. Besser ist es auch ein Taxi zu nehmen. Auch wenn die in Rio gern mal ein paar Umwege fahren, wenn sie merken, dass ein Tourist als Fahrgast zugestiegen ist.

Vergessen sollten man von vorherein, dass man in der Olympiametropole gut mit Englisch weiterkommt. In Rio spricht fast niemand eine andere Spache außer Portugiesisch. Selbst ein paar Euros oder Dollars zu tauschen gerät hier durchaus zum Problem. Und: wer in Rio einen Stadtplan sucht, sollte sich gleich am Ausgang vom Flughafen mit einem Faltplan eindecken.

Falls es zu einem Überfall kommt - und dies ist in Rio durchaus wahrscheinlich - nicht den 'Helden' spielen. Ein paar Reais (50 in kleinen Scheinen) mitnehmen und übergeben. Die Polizei anschließend zu rufen, bringt nichts. Die kann dann auch Nichts mehr machen.

Wenn man diese Sachen berücksichtigt - beim Baden seine persönlichen Sachen gar nicht erst mit zum Strand oder mit ins Wasser nimmt - wird eine Stadt entdecken, die es aufregender auf diesen Planeten kaum gibt.

Eine Metropole der krassen Gegensätze: hier die Favela, ein paar Meter weiter der Golfclub. Menschen, die Abends auf den Strassen liegen, - um die Ecke die knallbunten Fliesen auf den Treppen von Lapa. Mit hundertzehn - unangeschnallt - im Bus durch die hupende Innenstadt. Ein paar Kilometer abseits, der grösste Regenwald in einer Millionenstadt. Wasserfälle und ENDLICH Ruhe. Auf gehts. In Rio gibt es viel zu entdecken!

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Tramp-Geschichten (1) - Im Stau

Selbst 15 Jahre (und über 20.000 Kilometer) getrampt. Stundenlang an der Straße zu stehen, den Daumen im Wind. Da weisst Du, wie es ist. Deshalb wird nun mitgenommen. Andere kommen weiter, die Zeit im Auto vergeht schneller. Und: Stoff für das Blog gibt es allemal .....

Auf dem Weg von Berlin nach Westen. Eine Raststätte hinter Hannover. Kurze Pause. Herzhaft beiße ich in eine Bockwurst, als mich eine Tramperin anspricht. Sie will nach Köln. "Ich kann Dich bis zu einer Raststätte auf der A1 mitnehmen". Wunderbar.
autobahn 1Im Vorbeigehen macht sie noch schnell ein Handyphoto von meinem Nummernschild. Im Auto wird der Freund angerufen. Warum nicht, wenn es der Sicherheit dient.

Zehn Kilometer weiter, die Warnblinkanlage an. Wir stehen im Stau. Zunächst schleichen wir noch in Schrittgeschwindigkeit voran, dann geht nix mehr. Von unseren Nachbarn erfahren wir etwas wie: Unfall, Vollsperrung. Na, wunderbar. Die Bockwurst liegt noch im Magen, vom Kaffee ist ein lauwarmer Rest da. Sonst habe ich nur noch ein paar Vitaminbonbons. Zeit zum Plauschen. 

Bei mir im Auto sitzt eine Studentin der Geisterwissenschaft, Veganerin, mit Liebe zur (friedlichen) politischen Demonstration. lch erzähle ihr etwas von den Strassenschlachten in der Mainzer Straße und bei G8 in Rostock. Lange her.

Und: dass ich auf deutschen Autobahnraststätten gern Bockwürste esse.

Nach drei Stunden im Stau knurrt so langsam der Magen. Die Vitaminbonbons sind alle, die (ökologischen) Kekse der Tramperin schmecken nur bedingt. Zum Glück erbarmen sich unsere Nachbarn auf der Überholspur. Voller Hunger beiße ich in deren Wurstschnitte, verschlinge eine Banane.

Nach insgesamt vier Stunden geht es weiter. Endlich. Noch knapp 300 Kilometer zu fahren. Als ich ihr nach weiteren drei Stunden anbiete, sie an einen Bahnhof in der Nähe von Köln zu fahren, höre ich nur: "Nein, für Züge will ich kein Geld ausgeben". Die Dämmerung bricht schon an, als ich an einer Raststätte, 90 km vor Köln halte. "Gute Reise, noch!" Danke!"

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Einmal um die ganze Welt - Der Traveller Calendar 2016

traveller calendar 2016 0 kl
Brasilien, Ecuador, Cap Verde, Sri Lanka, Tansania, Sansibar und Alaska.  Aber auch eindrucksvolle Bilder aus Island und Zypern. Unser Traveller Calendar 2016. Für gute Bekannte und Freunde. Auch 2017 wieder. Wer ein paar schöne Bilder hat, bitte an fredkowasch(at)interpool.tv senden. Zwei, drei Gratisexemplare gibt es dann .....

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On the road - Reisetipps für Abenteurer

Sambia, Zimbabwe, Mozambique. Klingt aufregend, klingt fern. Und nach einigen Länderpunkten. utilaHippo aktiv. Wenn man die Reportage über diese Flußfahrt auf dem Sambesi ließt, ergreift einen die Sehnsucht. Nach Nächten auf Inseln im Fluss, Sonnenuntergängen, eiskaltem Bier. Ein paar Flusspferde und Krokodile gibt es gratis.

Ist ein Geheimtipp noch ein Geheimtipp, wenn er auf einer grossen Webseite erscheint?! Eine Insel mit zwei Herbergen - vor Jahren habe ich in Nicaragua jedenfalls nichts von 'Little Corn Island' gehört. Egal. Das Land in Mittelamerika ist zu empfehlen. Nicht nur, weil da mal eine Revolution stattgefunden hat. Die alte Kolonialstadt Grenada, eine Vulkanbesteigung oder einen Trip zur Isla Ometepé. Dort gibt es noch eine Menge zu entdecken ....

War wirklich was erleben will, kauft ihn gar nicht erst. Gemeint ist der 'Loneley Planet', die Backpackerbibel für Jedermann. Bitte hier entlang - was passiert, wenn aus einer vernünftigen Location plötzlich ein Eintrag in einem Boardmagazin geworden ist. Und: die besten Tipps bekommt man immer noch unterwegs oder von Bekannten und Freunden.

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