+ Dokumentarfilm + 'Walls - a Photographer between the Lines' (88 min, OmU, 2013) +

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Israel und die besetzten Gebiete, Belfast, Baghdad, Ceuta, Zypern, die Grenze zwischen den USA und Mexico. Kai Wiedenhöfer hat eine Mission. Er will die Mauern der Welt fotografieren, zeigen was ein Betonwall aus Menschen macht. Mit seiner Panoramakamera geht er dorthin, wo Gummigeschosse, Tränengas und Strassenschlachten zum Alltag gehören. Er trifft auf Migranten, Drogendealer und engagierte Menschenrechtler. Immer wieder aber auch auf bewaffnete Soldaten und aggressive Grenzpolizei. Gegen viele Widerstände versucht er sich seinen Traum zu erfüllen.

Kai Wiedenhöfer möchte seine Panoramafotos auf die weltbekannte 'East Side Gallery' in Berlin zu bringen. Jahrelang kämpft er dafür. Im Sommer 2013 kommt es in seiner Wahlheimat zum Showdown. Die Dokumentation „Walls – a Photographer between the Lines“ hat Kai Wiedenhöfer - der einst Zeuge des Berliner Mauerfalls wurde - über neun Jahre lang begleitet.

'Klare Kante': Der Koalitionsvertrag - SPD und Grüne siegen auf (fast) ganzer Linie

Ein Kommentar von Fred Kowasch

25.11.2021 (update 30.11.2021)
Puhhh. Mehr als fünf Stunden gelesen. 177 Seiten 'durchgeschrotet'. Der erste Eindruck:  die FDP hat sich ganz schön über den 'Nuckel' ziehen lassen. Bis ein paar Details bei der Digitalisierung und den Bürgerrechten hat sie - aus ihrer Sicht - vielleicht Einiges verhindert. Keine Steuererhöhungen, kein Tempolimit, der Sparerfreibetrag wird um 199 Euro angehoben. Ab 2023. Immerhin. Wirklich gestaltet hat sie wenig.

Dafür gibt es jetzt ein paar schöne Pöstchen an der Ministersonne. Und für die 'Grünen' (und die SPD) inhaltlich die gesamte Palette ihrer Wunschvorstellungen. Kohleausstieg bis 2030, Solar-Panels auf die Dächer und Windräder in den Wald, Elektro-Autos en masse. Dazu gehts mit den Anforderungen beim Sprachtest für Migranten runter. Kann so damit Integration wirklich gelingen? Außerdem ist ein Punktesystem für arbeitswillige Zuwanderer geplant, dass seinen Namen nicht verdient. Gesellschaftliche Parallelwelten - in westdeutschen Großstädten seit Jahren Lebensalltag - kommen im Koalitionsvertrag als Thema schlicht nicht vor.

Meine absolute Lieblingsstelle in dem 6018-Zeilen-Werk ist Folgende. Sie trägt - ausdrücklich - die Handschrift der SPD:

"Wir gewähren in den ersten beiden Jahren des Bürgergeldbezuges die Leistung ohne Anrechnung des Vermögens und anerkennen die Angemessenheit der Wohnung. Wir werden das Schonvermögen erhöhen und dessen Überprüfung entbürokratisieren, digitalisieren und pragmatisch vereinfachen. Um die Erstattung der Kosten der Unterkunft transparenter und rechtssicherer auszugestalten."

Was für ein finanzpolitischer Irrsinn! Vielleicht sollte ich mich dafür auch mal bewerben. Das Paradies auf Erden - hier ist es!

In diese Richtung geht es munter weiter im Koalitionsvertrag. Geld für die einen, Geld für die anderen. Fast jede Klientel wird bedacht. Geringverdiener, Gewerkschafter, NGO's, Fußball-Fanprojekte, Politikwissenschaftler. Wie dies alles finanziert werden soll - konkret ausgeführt wird dies nicht. 'Zwischen den Zeilen' liest man etwas von der Anhebung der Rentenbeiträge, von der Verlangsamung der Rentenerhöhung (beides Seite 73), der Erhöhung der Beitrages zur Pflegeversicherung (Seite 81). Und vom Abbau von Subventionen (Seite 162). Welche genau erfährt man dort allerdings nicht. 

Im Raum steht die Frage: wie sind diese Investitionen zu finanzieren? Indem man - faktisch - Geld druckt? Damit die Inflation anheizt?

Keinen wirklichen Wurf gibt es auch bei der Rente. Zwar will der Bund der Deutschen Rentenversicherung 10 Milliarden Mark zur Verfügung stellen, damit die Behörde zusätzliche Einnahmen am Aktienmarkt generiert ('Stichwort Aktienrente'). Der Status Quo allerdings wird nicht angetastet. So müssen Beamte weiterhin nicht in die Rentenkasse einzahlen. Selbstständige bald doch - aber nur wenn sie neu (Seite 73) auf eigenen Beinen stehen wollen. Wieder einmal wird das Thema Rente - auf Kosten der jüngeren Generation - ungelöst in die Zukunft geschoben.

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Klare Kante: Ab zum Impfen!

Ein Kommentar von Fred Kowasch

09.11.2021
Es naht der dritte Winter, indem Corona das beherrschende Thema sein wird. Wieder wird über Schließungen diskutiert, über Masken, Intenvivstationen über Inzidenzwerte. Immer noch wird darüber gesprochen, wie wirksam eine Impfung ist, sein kann. 

So langsam habe ich allerdings den Kanal voll. Andere Länder zeigen, dass sich Deutschland nicht in dieser Lage befinden müsste. Und ja, diese Impfung macht sicherlich keinen Spaß. Neben erheblichen Schmerzen an der Einstichstelle war ich jeweils zwischen Tag 6 und 14 nach der BionTech-Impfung merkwürdig platt. Die Joggingrunde machte wenig Sinn, da 'Luft' und Power fehlten. Aber - hey - irgendwann ist dies auch vorbei. Wenn ich allerdings Filme über Sportler mit Corona-Langzeitschäden sehe, wird mir ganz anders. Da ist erst einmal nix mehr mit Triathlon. Monatelang.

Corona ist keine bessere Grippe. Masken tragen ist für Kinder keine Folter. Seltsames höre ich da aus meinem früheren Umfeld. Und ja, nächtliche Ausgangssperren machen bei der Pandemiebekämpfung nur wenig Sinn, Demonstrationsverbote auch nicht. Dafür sind die Grundrechte zu wertvoll.

Allerdings: wer sich einer Impfung verweigert, dem sollte man nicht auch noch die Backe tätscheln. Die Windeln anlegen. Warum werden andere dafür 'in Haft' genommen, nur weil Menschen auf ihrem Starrsinn beharren?

Es wird Zeit flächendeckend G2 einzuführen. Auch eine Impfpflicht. Zumindest für Menschen, die sich um Kranke und Alte kümmern. Weil dies gehört - nach meiner Auffassung - zum professionellen Ausüben eines solchen Berufes dazu. An die anderen: Ab zum Impfen! Damit dieser Spuk endlich vorbei ist.

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Im Wortlaut: SPD, Grüne und FDP zu Koalitionsverhandlungen (Berlin, 15.10.2021)

Das zwölfseitige Sondierungspapier hat es in sich. So soll das Wahlalter für den Bund auf 16 Jahre gesenkt werden, der Kohleausstieg auf 2030 vorgezogen und das Bafög reformiert werden. Weiterhin: Mindestlohn von 12 Euro, Einführung eines Bürgergeldes statt Hartz IV, Sparerfreibetrag hoch auf 1.000 Euro. Außerdem soll die Hinzuverdienstgrenze für Minijobber ausgeweitet werden. Keine Steuererhöhung, keine Rentenkürzung. Und, und, und.

Das Sondierungspapier gibt es hier Im Original: https://www.welt.de/bin/Ergebnis%20der%20Sondierungen.pdf_bn-234442324.pdf

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VoD-Tipp: Wege zur Macht (Polit-Doku, 76 min, ARD, 2021)

Am letzten Sonntag war Bundestagswahl. Zur Auswahl standen drei Kanzlerkandidaten. Ein 'lustiger' Faschingsprinz aus Aachen. Eine, die es mit der persöhnlichen Wahrheit nicht so eng sieht. Und einer, dem in Untersuchungsausschüssen Inhalte von Treffen mit Bankern nicht mehr 'erinnerlich' sind. Diese drei hat das Filmteam um Stefan Lamby in den letzten zehn Monaten begleitet. Der Filmemacher stellt bohrende Fragen, hakt penetrant nach. So wie guter Journalismus sein muss. Bis sich einige der sonst so unnahbar Wirkenden selbst demaskieren. Kurzweilige 76 Minuten. Sehenswert.

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